Das Großunternehmen mit Sitz in Niederösterreich ist im Bereich Facility Management tätig. Rund 80 % der Beschäftigten sind Frauen, die überwiegend in Teilzeit arbeiten. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen liegt bei etwa 60 %.
Der Betrieb möchte die Mitarbeiter*innen Bindung weiter ausbauen. Aufgrund der hohen Frauenquote in Teilzeit liegt ein großer Hebel in der individuellen Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Weiters sollen im Rahmen der Beratung Maßnahmen zur Umsetzung der Unternehmensvision entwickelt werden. Die Vision beinhaltet, dass jeder Mensch seinen Platz im Unternehmen hat und dass das Arbeitsumfeld um den Menschen herum gestaltet werden soll.
Die Mitarbeiter*innen Befragung ergab, dass das Bedürfnis nach einer Flexibilisierung der Arbeitszeit in der Belegschaft sehr groß ist. Man hat somit ein ausgeklügeltes Personalplanungstool implementiert, Vertretungsreglungen definiert und einen Springer*innen Pool aufgebaut. Das ermöglicht den Führungskräften nun sehr rasch und viel besser auf die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeitenden einzugehen. So können z.B. Mitarbeitende sehr kurzfristig einen Urlaubstag nehmen oder die Arbeitszeit anpassen.
Das im Rahmen der Pandemie entwickelte Home-Office-Regelwerk wurde evaluiert und als nach wie vor geeignet erachtet. Was im Rahmen von Home-Office aber immer wieder als Thema aufpoppte, war die Frage: „Was ist neben dem Home-Office erlaubt: z.B. Hausarbeit zu erledigen, Sport zu betreiben, Betreuungsverpflichtungen wahr zu nehmen usw.?“ Man erweiterte die Home-Office Vereinbarung um eine klare Guideline für Work-Life-Blending. Diese gemeinsame Basis stärkt die Vertrauensbasis und stärkt auch die Selbstverantwortung der Mitarbeitenden in Home-Office.
Das vorhandene Führungskräfteentwicklungsprogramm wurde um einige Module ergänzt, um die Führungskräfte in Richtung individuelle Führung weiterzuentwickeln.
Das neue Modul Kommunikation z.B. ermöglicht Führungskräfte durch Einsatz der passenden Sprache und Formulierungen anschlussfähig mit den Mitarbeitenden zu kommunizieren und sorgt dafür, dass die Mitarbeitenden auch über alles Relevante gut informiert sind. Weiters werden Führungskräfte darin geschult mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Kulturen persönliche Gespräche zu führen, um auch zu wissen, wie es den Mitarbeitenden wirklich geht, was sie aktuell brauchen und wie die Führungskraft noch besser unterstützen kann.
„Durch den Beratungsprozess wurde uns klar, dass flexible Arbeitszeiten und eine Weiterentwicklung unserer Führungskräfte die zentralen Hebel für die Mitarbeiter*innen Bindung sind. Wir fokussieren nun vermehrt auf Kommunikation und situative Führung. Die begleitet geführten Diskussionen im Zuge von Work-Life-Blending haben uns viel Klarheit und viel Vertrauen gebracht und unseren Zusammenhalt noch weiter gestärkt.“
Zentraler Erfolgsfaktor für den gelungenen Beratungsprozess war das ernsthafte Interesse der Führungsebene an den Lebensrealitäten der Mitarbeitenden. Das Fundament dafür wurde durch die Unternehmensvision, dass jeder Mensch seinen Platz im Unternehmen hat und dass das Arbeitsumfeld um den Menschen herum gestaltet wird, gelegt.
Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor war die Zusammensetzung der Projektgruppe, die aus Führungskräften verschiedenen Bereichen und Ebenen bestand. Damit wird auch die Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen gewährleistet.