
Digitalisierung ist längst nicht mehr nur eine Frage von Technik. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen geht es darum, Menschen mitzunehmen, Wissen zu sichern und gemeinsam neue Wege zu gehen. Wesentlicher Erfolgsfaktor dabei: ein digitales Mindset entwickeln. Wie das ganz konkret funktionieren kann, zeigt ein familiengeführter Rauchfangkehrerbetrieb: Im Rahmen der Demografieberatung Digi+ haben die Eigentümer, das Ehepaar Habian gemeinsam mit der Beraterin Marion Lercher Digitalisierung & KI im Betriebsalltag verankert.
Im Interview erzählen sie, was sich dadurch im Betrieb verändert hat, welche Erfahrungen sie gemacht haben und warum Digitalisierung für sie heute vor allem eine Frage der gemeinsamen Entwicklung ist.
Drei Momente haben uns gezeigt, dass Digitalisierung für uns kein „Nice-to-have“ ist.
Wissenssicherung, Nachwuchsarbeit und die gemeinsame Arbeit im Team hängen eng zusammen. Erst als wir begonnen haben, das Ganze als Gesamtprozess zu sehen, hat sich auch unser Mindset verändert. Das war der Punkt, an dem wir gesagt haben: Jetzt braucht es ein gemeinsames digitales Mindset. Und für uns war klar: Wir gehen diesen Weg als Team – vom Lehrling bis zur Geschäftsführung.
Zu Beginn gab es natürlich Unsicherheiten – das ist ganz normal. Bei erfahrenen Kolleg*innen kam oft die Frage auf: „Bin ich dafür nicht schon zu alt?“ Dahinter stand weniger Ablehnung als vielmehr die Sorge, etwas nicht zu verstehen oder Fehler zu machen. Jüngere Mitarbeitende hatten andere Fragen: Kommt zusätzliche Arbeit auf uns zu? Wird plötzlich alles dokumentiert?
Im gemeinsamen Austausch wurde klar: Niemand muss alles können. Jede Generation bringt etwas Wichtiges ein. Diese Erkenntnis hat viel Sicherheit geschaffen und gezeigt: Digitalisierung passiert nicht gegen das Team, sondern mit dem Team.

Der wichtigste Schritt war, die Bedenken offen anzusprechen und ernst zu nehmen. Wir haben nicht einfach über Digitalisierung gesprochen oder diese „angeordnet“, sondern wir haben gemeinsam überlegt: Was brauchen wir im Alltag und welche digitalen Lösungen können uns dabei unterstützen?
Unsere Idee: mit kleinen Schritten Entlastung bewirken und Spaß an der Digitalisierung haben:
Das waren die Momente und Erfolge, die die Stimmung komplett verändert haben. Plötzlich war spürbar: Wir können das gemeinsam schaffen.

Für uns ist Digitalisierung kein Projekt mit einem Anfang und einem Ende mehr, sondern Teil unserer Arbeitsweise geworden. Wir fragen heute selbstverständlich: Wie können wir etwas digital lösen? Wissen wird dokumentiert, Abläufe werden unterstützt und digitale Werkzeuge gehören immer mehr zum Alltag – über alle Generationen hinweg. Besonders schön ist zu sehen, dass die Impulse mittlerweile aus dem Team selbst kommen. Früher kam die Frage von der Führung: „Wie werden wir digitaler?“ Heute fragen Mitarbeitende: „Wie können wir das digital umsetzen?“
Das zeigt uns: Wir haben ein gemeinsames Verständnis von Digitalisierung entwickelt. Sie hilft uns, Wissen zu sichern, Nachwuchs anzusprechen und unseren Betrieb zukunftsfit weiterzuentwickeln.